
Zwischen Vision und Wirklichkeit – Gérard Macé, einer der großen lebenden Dichter Frankreichs, zum ersten Mal auf Deutsch In Gérard Macés ebenso lakonischen wie musikalischen Gedichten verwischen die Grenzen von Realität, Traum und Mythos: So erinnert ein auf dem Bürgersteig vergessener Schuh mal an Empedokles, mal an Aschenputtel; so führen uns Kindheitserinnerungen in die Welt der Märchen und Legenden, von denen allerdings nur noch Reste übrig bleiben. Und selbst der als unsterblich gefeierte Name des Odysseus erlöst nicht unsere Welt, in der nur noch die Energie der Verzweiflung neue Lebenskraft spendet: »Was von den Träumen bleibt: einstmals / verbranntes Holz, ein Haufen Asche / nach dem Aufbruch eines Nomadenlagers. / Heute Plastiktüten / zwischen den Ästen im Baum.« In Macés schillernder Lyrik entsteht so das einzigartige Gemälde einer zwischen Vision und Wirklichkeit fließenden Welt.