
Antivirale Pflanzenwesen... „Hättet ihr nicht Dille und Dosten, würd´s euch das Leben kosten!“ fauchen die alten Dämonen in den Märchen – und nehmen Reißaus vor dem allmächtigen Knoblauch, der alle zehrenden Leiden zu bannen vermag, als Bärlauch Bärenkräfte zurückschenkt, fliehen vor dem Major Oregano, der seine duftenden Soldaten in den Kampf schickt. Ehrenpreis gibt ihnen die rechte Zähigkeit! Die Magierin Melissa Bienenfleiß schenkt uns Seelenruhe und die Geduld, liebevoll mit uns zu sein, während Feldherr Ysop unseren Zorn in die rechte Richtung lenkt. Hinauf und hinab, kommen wir aus dem Dunkel zurück ins Licht gekrochen, unsere DNA erschafft sich mit Efeu neu und immer wieder neu, und Löwenzahn schenkt uns den Mut dazu. Johanniskraut hebt die Hände zum Himmel, webt mächtige Gebete an die Sonne, während Wermut und Beifuß uns unsichtbar umgürten: da, wo die Mondenkraft schläft. Jede Stunde Kunigunde: und siehe da, unsere älteste Dostin durchwuchert alle Gräben, die wir um und ins uns gezogen haben. Quandel macht Handel, wir gehen unsere Wege mit neuer hitziger Kraft, schütteln das Alte und Kranke ab. Der stinkende Robert läuft neben uns, und Gundel Gaukelei ihm zur Seite. Beide lösen den Gund, den Eiter, der uns Kraft zieht, und duftend hüllen uns ihre Zauber in einen unüberwindbaren Schild. Ihr seht, wir sind gut gewappnet – unsere Seele, unser Blut kennt die uralten Verträge mit den Pflanzengeistern unserer Ahnen, und wir dürfen sie neu knüpfen. Nicht gegen das Leben, kein Anti-Biotika wählen wir – sondern ein Für und Für. Hinaus aus dem Mangel des Unwissens, hinein in die Fülle eines selbstverantwortlichen Lebens. Eure Karin Röhlig; Alchemistin, Phytologin, Wegweiserin.