Zum Buch:
Vor 19 Jahren wurde bei dem Autor, Arzt und Neurowissenschaftler David Servan-Schreiber ein Hirntumor diagnostiziert. Seitdem hat er mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln um seine Gesundheit gekämpft. Er hat dafür gesorgt, dass alles, was er an Erkenntnissen über den Krebs, über alternative und klassische Heilmethoden herausgefunden hat, durch seine Bücher bekannt wurde. Im letzten Sommer ist der Autor kurz nach der Veröffentlichung dieses Buches gestorben. Die hier geführte Auseinandersetzung mit den großen Fragen, mit Tod und Lebenssinn, ist sein Vermächtnis.
Servan-Schreiber war ein mutiger Mensch. Vielleicht war er es schon immer. Aber seit dem Ausbruch seiner Krankheit, seit er begonnen hat, seine Erkenntnisse in Büchern weiterzugeben, ist sein stetig wachsender Mut spürbar geworden. Der Mut, sich mit der eigenen Krebserkrankung zu konfrontieren und mit dem, was in seinem Leben dieser Erkrankung bislang förderlich gewesen sein könnte – “Das Antikrebs-Buch” (Kunstmann 2008). Der Mut, sich der Frage zu stellen: Gibt es neben der klassischen Medizin Wege zur Heilung, die eine Veröffentlichung und die Auseinandersetzung mit der Pharmalobby lohnen – “Die Neue Medizin der Emotionen” (Kunstmann 2004). Und schließlich der Mut, zu sagen: Ich werde sterben, obwohl ich all dies erkannt habe, obwohl ich ein ganz bewusstes Leben geführt habe. “Empowerment”, am ehesten mit “Selbstkompetenz” ins Deutsche zu übersetzen, hat mich nicht vor dem Sieg des Krebses bewahrt. Trotzdem ist alles, was ich in den letzten 19 Jahren gelebt und weitergegeben habe, wertvoll.
Dieses Buch ist ein Abschiedsbuch. Es verbreitet Trauer und Hoffnung in gleichem Maß. Trauer darüber, gehen zu müssen, und das müssen wir alle. Hoffnung, dass das eigene Leben etwas hinterlässt – wie Töne, die erklingen, wenn der Wind durch einen Büffelschädel streicht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Susanne Rikl, München