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Autor
Seaman, Camille; Sawin, Elizabeth

Vom Ende der Ewigkeit

Untertitel
Eine Reise durch bedrohte Polarwelten
Beschreibung

Majestätische Eisberge in Weiß, in Türkis und allen Schattierungen von Blau, gewaltige Himmel über aufgewühlten Wassern, aber auch die Hinterlassenschaften einer Zivilisation, die in ihrer Profitgier kein Auge hat für die Schönheit jener „fast“ unberührten Welt aus Eis und Fels. Das sind die Bilder, die die Fotografin Camille Seaman von ihren vielen Reisen in die arktischen Regionen mitgebracht hat. Bilder, an denen die Zeit vorübergegangen zu sein scheint. Noch.
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Prestel Verlag, 2015
Format
Gebunden
Seiten
160 Seiten
ISBN/EAN
978-3-7913-8142-8
Preis
29,95 EUR

Zur Autorin/Zum Autor:

Camille Seaman, 1969 geboren, ist die Tochter eines amerikanischen Ureinwohners und einer afro-amerikanischen Mutter. Sie studierte Fotografie an der Universität in New York und hat verschiedene Fotoworkshops mit Steve McCurry, Sebastiao Salgado, und Paul Fusco belegt. Ihre Fotografien wurden in zahlreichen Magazinen publiziert, darunter National Geographic Magazine, Geo, TIME, The New York Times Sunday magazine, Newsweek, Zeit Wissen und American Photo.

Camille Seaman lebt in Emeryville, Kalifornien, und hält Vorträge weltweit über ihre Arbeit und Erfahrungen.

Zum Buch:

Auf dem Cover ein majestätischer Eisberg, der aussieht wie der gewaltige Kopf eines weißen Wals, der aus der eiskalten Tiefe des Meeres hervorbricht und dessen untere Kieferpartie mit Linien, Narben und Furchen überzogen ist, während sich im Hintergrund der Himmel unheilvoll düster zuzieht. Eine über die Maßen spektakuläre Fotografie, an der man sich gar nicht sattsehen kann.

Doch so beeindruckend diese erste Fotografie auch ist, in dem Bildband „Vom Ende der Ewigkeit“ folgen noch Dutzende weitere, bei denen dem Betrachter regelrecht die Spucke wegbleibt. Und es sind nicht nur Eisberge, die die Ausnahmefotografin Camille Seaman hier festgehalten hat. Da gibt es haushohe Gletscherwände, die aussehen wir frische Marmorbrüche, längst aufgegebene Walfangstationen, zurückgelassenes Material, das in der Kälte konserviert wurde, im Endeffekt Schrott, der aber vor der Kulisse aus Eis und Fels wie arrangierte Kunstwerke wirkt, eine Brutkolonie von Königspinguinen, die aussieht, als hätten sich alle Kellner dieser Welt an dieser Küste ein zwangloses Stelldichein gegeben, einsame Kreuzfahrtschiffe, die vor einem zerfetzten, schiefergrauen Himmel durch ein Meer aus Eisschollen gleiten und dennoch nicht fehl am Platz scheinen.

Ob nun die Arktis, die Antarktis, Südgeorgien, Spitzbergen oder Nordgrönland: Camille Seaman hat über Jahrzehnte hinweg die kältesten Regionen dieser Erde bereist, und was sie an Bildern und Erfahrungen mitgebracht hat, ist schier überwältigend, ist einzigartig und macht auch nachdenklich, denn es gilt, diese Welt, die den meisten Menschen so fremd ist, zu bewahren, haben doch längst findige Geschäftemacher ein Auge auf die Bodenschätze dieser bisher fast unberührten Welt geworfen. Und das muss auf jeden Fall verhindert werden. Camille Seamans Buch trägt dazu bei, uns diese Welt näher zu bringen, und das ist ihr zu hundert Prozent gelungen.

Axel Vits, Der andere Buchladen, Köln