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Die unerlässliche Bedingung des Glücks

Autor
Feyl, Renate

Die unerlässliche Bedingung des Glücks

Untertitel
Roman
Beschreibung

„Sie sind die erste und unerlässliche Bedingung meines Glücks“, schreibt Ferdinand Lassalle in einem seiner innigsten Briefe an die 20 Jahre ältere Gräfin Sophie von Hatzfeldt. Als sich die beiden in Berlin zum ersten Mal begegnen, ist die Gräfin noch Gattin des reichsten Mannes im deutschsprachigen Raum. Ausgerechnet sie wird ein ganzes Leben lang Angebetete und Seelenverwandte, Gesprächs -und Diskussionspartnerin des späteren Präsidenten des ersten sozialdemokratischen Arbeitervereins sein. Die Geschichte dieser Liebe ist auch die Geschichte der Auflehnung gegen bestehende gesellschaftliche Verhältnisse, und mit Renate Feyls neuem Roman taucht man tief in die Zeit dieser Umwälzungen ein. Eine große Geschichte über die ungewöhnliche Liebe zweier Querdenker und zugleich das eindrucksvolle, leuchtende Porträt einer Zeit, in der sich unser Gesellschaftssystem zu formen begann.
(ausführliche Besprechung unten)

Verlag
Kiepenheuer & Witsch Verlag, 2019
Seiten
432
Format
Gebunden
ISBN/EAN
978-3-462-04890-2
Preis
24,00 EUR
Status
lieferbar

Zur Autorin / Zum Autor:

Renate Feyl wurde in Prag geboren und wuchs in Jena auf. Nach dem Abitur arbeitete sie als freie Journalistin für verschiedene DDR-Zeitschriften. Sie absolvierte eine Lehre als Buchhändlerin und studierte von 1966 bis 1971 an der Humboldt-Universität Philosophie. Seit 1970 lebt sie als freie Schriftstellerin in Berlin. Renate Feyl, die vorwiegend erzählende und essayistische Prosa schreibt, begann mit Romanen zu Themen aus dem DDR-Alltag. Seit Beginn der 1980er Jahre und ausgehend von einer Sammlung von biographischen Essays über vergessene Frauen der frühen deutschen Wissenschaftsgeschichte („Der lautlose Aufbruch“) beschäftigt sich die Autorin hauptsächlich mit bedeutenden Frauengestalten der deutschen Literaturgeschichte des 18. und frühen 19. Jahrhunderts.

Zum Buch:

„Sie sind die erste und unerlässliche Bedingung meines Glücks“, schreibt Ferdinand Lassalle in einem seiner innigsten Briefe an die 20 Jahre ältere Gräfin Sophie von Hatzfeldt. Als sich die beiden in Berlin zum ersten Mal begegnen, ist die Gräfin noch Gattin des reichsten Mannes im deutschsprachigen Raum. Ausgerechnet sie wird ein ganzes Leben lang Angebetete und Seelenverwandte, Gesprächs -und Diskussionspartnerin des späteren Präsidenten des ersten sozialdemokratischen Arbeitervereins sein. Die Geschichte dieser Liebe ist auch die Geschichte der Auflehnung gegen bestehende gesellschaftliche Verhältnisse, und mit Renate Feyls neuem Roman taucht man tief in die Zeit dieser Umwälzungen ein.

Der Scheidungsprozess Hatzfeldt gegen Hatzfeldt verspricht das gesellschaftliche Ereignis des 19. Jahrhunderts zu werden. Kein Jurist hat sich bislang getraut, die Gräfin zu vertreten, bis der junge Lassalle sein Studium abbricht, um mit Verve und Esprit für die Freiheit Sophie von Hatzfeldts zu kämpfen. Lassalles hitziges Gemüt wird den von der Arbeiterschaft gefeierten Philosophen mehr als einmal ins Gefängnis bringen. Und die Gräfin wird in vielen Abendstunden am Kamin bei gemeinsam gerauchten Zigarren versuchen, den Übermütigen wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen. Doch die Synergie der beiden, die die Notwendigkeit gesellschaftlichen Wandels sehen und dafür alle gesellschaftlichen Register zu ziehen in der Lage sind, wird die Arbeiter- und Frauenbewegung in ihrem revolutionären Geist ein gutes Stück voranbringen.

Die Besitzlosen zu organisieren, das war Ferdinand Lassalles Bestreben. Sophie von Hatzfeldt engagierte sich, um mehr Rechte für Frauen durchzusetzen. Renate Feyl hat den Zeitgeist der privaten wie öffentlichen Revolution dieses ungleichen Paares in einem funkensprühenden, atemlosen Roman eingefangen.

Susanne Rikl, München